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Chronik
Lesen Sie alles über den Verein in der Vereinschronik. Wählen Sie einfach den jeweiligen Zeitabschnitt und erfahren Sie alles über die Aktivitäten in der Clubgeschichte im Verein und um die Anlage und deren zahlreichen Umbauten!
Zwischen den bescheidenen Anfängen und der Endausbaustufe, die Mitte 2009 erreicht wurde, liegen ca. 180.000 unglaubliche Arbeitsstunden. Das ergibt summiert 4 Jahrzehnte ständiger Umbauarbeiten, mit allen dazugehörigen Höhen und Tiefen, die ein solches Projekt naturgemäß mit sich bringt. Im folgenden Anhang findet der geneigte Leser eine ausführliche Zusammenfassung der ereignisreichen Clubgeschichte des ESV – Knittelfeld. Das
Aus für die Kegelbahn im Keller des Bahnhofsgebäudes Knittelfeld war der
Startschuss unserer Modelleisenbahn. Es war von Anfang am klar das dieses
Projekt nur in Etappen realisiert werden konnte. Um den Charakter der typisch österreichischen
Bahnlandschaft zu dokumentieren wurde bereits bei der ersten Baustufe eine große
Zahl von Bergen, Brücken, Viadukten und Tunnels eingeplant und gebaut. Die
damals so existierende Anlage umfasste 20 m² und beinhaltete 3 Bahnhöfe und
ca. 80 Meter verlegtes Gleis. Da
die Gründungsmitglieder allesamt aus dem Triebfahrzeugdienst der ÖBB kamen,
war es nahe liegend und ein großer Wunsch ein Heizhaus, inklusive Drehscheibe und
Rundschuppen einzubauen. Außerdem wurde die nächste Baustufe angepeilt welche
eine Gleislänge von 150 m aufweisen sollte. Dies
ergab auch eine Änderung der betagten Steuerung, da manche Anlagenteile vom
Stellwerk aus nicht mehr einsehbar waren. Durch selbst entwickelte Schaltungen
mit alten Postrelais entstanden für diese Bahnhöfe eigene Stellwerke mit ca.
250 Glühlampen. Im Herbst 1972 wurde die Anlage wieder der Öffentlichkeit
vorgestellt. Das Interesse war überwältigend und wirkte motivierend für den
weiteren Ausbau. Um das Gesamtbild abzurunden, musste erstmals auch das Umfeld der Clubräume erneuert werden. Diese Mehrbelastung stoppte für Jahre den weiteren Ausbau im Anlagenbereich. 1984 war die Finanzlage des Clubs allerdings wieder reif für neue Aufgaben. Die Gleislänge wurde bei diesem weiteren Ausbau auf 300 m angehoben. Außerdem wurden an die 100 Signale eingebaut und die Steuerung einer Neubetrachtung unterzogen. Bei dieser Steuerung entschied man sich für den Bau eines Zentralstellwerkes, in welchem alle Unterwegsbahnhöfe eingeplant waren. Es wurde aus Kostengründen selbst gebaut und mit etwa 700 Led zur Fahrstraßenausleuchtung bestückt. Weiters wurde 1987 ein großer Zentralverschiebebahnhof in die Anlage integriert. Dieser konnte zur Abwicklung der Verschubarbeiten über ein eigenes Stellpult bedient werden. Da der voranschreitende Geländebau ein immer größeres Anliegen unseres Clubs war, musste auch der Hintergrund der Anlage passend dazu ergänzt werden. Für diesen besonderen Effekt konnte der bekannte Knittelfelder Künstler Prof. Erich Pirker-Cau gewonnen werden. Bei unseren jährlichen Messebesuchen und Clubausflügen, unter anderem auch in Nürnberg, konnte festgestellt werden, dass die Computertechnik in der Modellbahn eine immer größere Bedeutung gewann. Genau aus diesem Grund hieß es nichts wie ran an die neue Technik, denn auch eine automatische Anfahr- und Bremsverzögerung der Züge stand auf der Wunschliste der Mitglieder. Es wurde wieder einmal umgebaut. Die Gleislänge wurde auf 450 Meter erweitert, die gesamten Gleissysteme mit einer selbst gefertigten Oberleitung versehen und mit 137 Signalen in Metallausführung ausgestattet. Durch den Umbau des Zentralstellwerkes verabschiedete sich auch die Relaistechnik, welche durch eine Computersteuerung ersetzt wurde. Die dafür erforderliche Hardware wurde von der Firma Berg & Broman aus Mannheim angekauft. Die Bedienung des neuen Stellwerksystems erfolgte wiederum über ein konventionelles Stellpult, welches ebenfalls von der bereits benannten Firma gefertigt wurde. Die Endmontage sowie die gesamte Verdrahtung wurde dann vom Verein selbst durchgeführt. Das neue Stellpult entsprach in seinem Erscheinungsbild dem eines Stellpultes des Stellwerktyps VGS80 welcher bei den ÖBB im Einsatz steht, lediglich das Rastermaß der Tischfelder wurde aufgrund der Anlagengröße stark reduziert. Aufgrund der hohen betrieblichen Anforderungen wurde die gesamte Steuerungssoftware selbst geschrieben. Weiters wurde sehr viel Detailarbeit bei der Anlagenausgestaltung investiert. Nach dem Umbau sollten rund 3500 Figuren die Szenerie beleben. Nach erfolgreichen Testfahrten wurde 1997 die vollständige Umrüstung auf Computertechnik abgeschlossen. Die erste Präsentation der Anlage war ein riesiger Erfolg. Für unsere Besucher ergab sich eine ganz neue Form des Modellbahnbetriebs. Durch diesen Quantensprung wurden wir 1999 auch in die Landesausstellung „Verkehr“ in Knittelfeld aufgenommen. Der Bekanntheitsgrad unserer Modelleisenbahn wurde dadurch weiter gesteigert. Um die Ausstellungsdauer von 6 Monaten leichter zu bewältigen, wurde die bestehende Software weiterentwickelt. Mittels neu geschaffener Funktionen war es möglich einen richtigen Fahrplanbetrieb zu realisieren, dabei konnte erstmals der Zugverkehr größtenteils automatisch gesteuert werden und der Bediener konnte sich vermehrt auf die Durchführung von Verschubaufgaben konzentrieren. Durch diese Maßnahmen konnte unseren Besuchern ein originalgetreuer Eisenbahnbetrieb präsentiert werden. Der dargestellte Fahrbetrieb und die dabei eingesetzten Zugsgarnituren wechseln dabei zwischen den Epochen 4/5 und 2/3, wodurch ein Abwechslungsreicher Streifzug durch Vergangenheit und Gegenwart erlebt werden kann.
2002 – 2004 Anlagenumbau
Das im Jahr 2002 gestartete Umbauprojekt konnte mit ein wenig Verspätung erfolgreich abgeschlossen werden. Im Zuge dieses Projektes wurden 80% der Anlage völlig neu gebaut, sowie die bestehende Steuerungstechnik komplett ersetzt. Für das gesamte Projekt wurden ca. 12.000 Arbeitsstunden von den Vereinsmitgliedern aufgebracht. Das sich über Jahre bewährte Anlagenmotiv wurde beibehalten und das Hauptaugenmerk konzentrierte sich, auf einen betrieblich optimierten Neubau der Gleisanlagen. Dadurch ist es gelungen die gesamte Anlage im Gleiswechselbetrieb fahren zu können. Weiters wurde der Umfang der Schmalspur vergrößert und eine Anbindung an die Normalspurstrecke realisiert. Ebenfalls erweitert und technisch neu konzipiert wurde das Carsystem. Bedingt durch den Anlagenumbau musste auch das Gelände völlig neu gestaltet werden. Es konnten somit neue Motive in die Modellbahnlandschaft eingearbeitet werden, welche der Anlage ein geändertes Erscheinungsbild verleiten. Parallel zum Anlagenumbau wurde auch die gesamte Steuerungstechnik modernisiert. Die Bedienung der Anlage wurde von der klassischen Bedienung mittels Stellpult, auf Bildschirmbedienung mit Maus und Tastatur, entsprechend der Einheitsbedieneroberfläche (EBO) beim Vorbild der ÖBB umgestellt. Weiters wurde ein völlig neues System für die Fahrspannungsregelung, welches Lokdaten, Zugdaten und Streckendaten zur Berechnung der erforderlichen Fahrspannung (=Sollgeschwindigkeit) berücksichtigt, eingeführt. Das gesamte Steuerungssystem, bestehend aus Hard- u. Software, wurde zur Gänze selbst entwickelt.
Nach den
intensiven Jahren des Anlagenumbaus, wurde 2005 der Entschluss gefasst, die
vorhandene Ausstellungsbeleuchtung zu modernisieren. Dazu bei wurden zusätzliche
Scheinwerfer für die Farbmischung (rot, gelb, blau und weiß) in die
Deckenbeleuchtung integriert. Alle Scheinwerfer einer Farbkategorie sind in
einem Stromkreis zusammengefasst. Die Regelung der einzelnen Stromkreise
(Farbmischung) erfolgt computerunterstützt, wodurch der Wechsel zwischen Tag und
Nacht fasst wie in der Natur nachgestellt werden kann. Durch diese Maßnahme
konnte das Erscheinungsbild des gesamten Austellungsbetriebes wiederum
verbessert werden. Endlich konnte auch die erforderliche Zeit aufgebracht werden, die vorhandene Waschanlage für die Reisezugwagenreinigung in Steinbach Hbf. wie beim Original (nur ohne Wasser) antreiben zu können.
Es wurde immer wieder darüber diskutiert, Steinbach Hbf. völlig neu aufzubauen. Jedoch wurde dieses Projekt aufgrund der vorhandenen Raumverhältnisse immer wieder verworfen. Durch einen eher zufällig durchgeführten Test einer Anlagenplanungs-SW kam das Projekt Steinbach Hbf. „Neu“ aus den Kinderschuhen. Mit großem zeitlichem Aufwand konnte die Basisplanung des Projektes umgesetzt werden. Jedoch zeigte sich dabei, dass die Anbindung der vorhandenen Anlagenteile im speziellen des Abstellbahnhofs nur durch einen Neubau des selbigen umzusetzen ist. So wurde aus einem vermeintlich kleinen Projekt ein Großprojekt. Auch dieser Umstand hat uns nicht mehr davon abbringen können das Projekt durchzuziehen. Ergab sich doch die Möglichkeit die Wiedereröffnung mit dem 40-Jährigen Clubjubiläum zu kombinieren. So startete noch 2007, unmittelbar nach dem Ende der Weihnachtsaustellung das Umbauprojekt. Die perfekte Planung des Projektes ermöglichte ein rasches vorankommen bei den unzähligen Bauphasen. Durch perfektes Teamwork konnten die ersten Zugfahrten im neu aufgebauten Abstellbahnhof sowie im neuen Bf. Steinbach Hbf. bereits Anfang 2009 durchgeführt werden. Zusätzlich wurde in diesem Umbauprojekt der Umstieg auf ein neues Steuerungssystem für die Autos auf der gesamten Anlage angedacht. Aufgrund des guten Projektfortschrittes bei der Eisenbahn und den ersten erfolgreichen Test mit dem neuen System der Autosteuerung, wurde der Entschluss gefasst, das gesamte Straßennetz auf das neue Steuerungssystem umzustellen. Das bedeutete die Installation von zwei zusätzlichen Schaltschränken (inkl. Verkabelung) unter der Anlage, die völlige Neuverkabelung aller Komponenten des Straßennetzes, sowie die Installation der erforderlichen Infrarot-Sender an der Anlagendecke über die ganze Anlage verteilt. Bis zur Fertigstellung bzw. planmäßigen Eröffnung im November 2010 musste das Arbeitspensum bei einigen Vereinsmitgliedern bis an die Belastungsgrenze hochgeschraubt werden. Das angestrebte Ziel wurde aber erreicht, eine gelungenen 40-Jahrfeier und die Präsentation einer eigens dafür produzierten DVD in der Öffentlichkeit, krönten den Abschluss zweier höchst intensiver Umbaujahre. Bei den Ausstellungstagen der Weihnachtsausstellung zeigte dann der neue Bf. Steinbach Hbf. sein betriebliches Potential, welches nicht nur uns sondern auch unsere Besucher begeisterte. Die aufgewendete, außergewöhnliche Arbeitsleistung, wurde durch einen außergewöhnlich hohen Publikumsbesuch belohnt.
Nach zwei Jahren intensivster Umbauarbeit wäre es eigentlich an der Zeit gewesen, sich einwenig zurückzulehnen. Dem war aber nicht so, galt es doch noch das Straßensystem in seiner Funktionalität zu perfektionieren. Wie bei allen neuen Systemen steckt der Teufel im Detail, so auch hier. Die Aufwandsabschätzungen betreffend Entwicklung und Umsetzung wurden um ein vielfaches verfehlt. So wurde das ganze Jahr über an dieser Aufgabenstellung gearbeitet. Erst kurz vor dem Start der Weihnachtsaustellung zeigte das Gesamtsystem die erforderliche Stabilität und Qualität. Erstmals konnten die an das neue System gestellten Anforderungen zur Gänze erfüllt werden.
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